Tondachziegel werden aus Ton geformt und gebrannt, Betondachsteine aus Zement, Sand und Farbpigmenten geformt und gehärtet. Tonziegel gibt es naturrot, mit Engobe, also einer dünnen Tonschicht, die vor dem Brennen aufgetragen wird, oder glasiert mit einer glasartigen Oberfläche. Welche Form auf Ihr Dach passt, hängt vor allem an der Dachneigung.
Die Regeldachneigung ist die Neigung, ab der eine Deckung ohne zusätzliche Maßnahmen als regensicher gilt. Laut Herstellerangaben liegt sie bei Falzziegeln bei 22° und bei Reform- und Glattziegeln bei 25° oder 30°. Für Betondachsteine nennen die Hersteller je nach Form 22°, 25°, 30° oder 40°.
Liegt ein Dach flacher, braucht es eine bessere Unterdeckung bis hin zu einem wasserdichten Unterdach. Unter 10° ist eine Deckung mit Ziegeln oder Steinen nach den Herstellerunterlagen zur Fachregel nicht vorgesehen. Wer das Material wechselt, lässt vorher prüfen, ob der Dachstuhl das Gewicht der neuen Deckung trägt; mehr dazu unter Dachstuhl sanieren in Stuttgart.
Beispiel. Wir nehmen ein Siedlungshaus aus den 1950er Jahren mit Satteldach, rund 40° Neigung und alten Betondachsteinen. Häuser dieser Zeit machen in Stuttgart 16,1 % der Gebäude mit Wohnraum aus, so der Zensus 2022. Bei 40° unterschreitet das Dach weder die Regeldachneigung von Falzziegeln noch die von Betondachsteinen, beide kommen also in Frage. Für die Deckung allein stehen ca. 54 € je m² mit Tonfalzziegeln gegen ca. 43 € mit Betondachsteinen, jeweils inklusive Umsatzsteuer. Lattung, Unterdeckbahn, Gerüst und Entsorgung kommen bei beiden gleich dazu, deshalb fällt der Unterschied im Gesamtpreis kleiner aus, als die Deckungspreise vermuten lassen.