Aufsparren, Zwischensparren oder Geschossdecke: drei Wege zur Dämmung
Auf den Sparren dämmt man, wenn ohnehin neu gedeckt wird, zwischen den Sparren, wenn innen gearbeitet werden kann, und auf der obersten Geschossdecke, wenn der Dachboden unbeheizt bleibt. Mit jedem Weg lassen sich die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, für den Förderwert von 0,14 W/(m²K) braucht es jeweils mehr Dämmdicke als für den gesetzlichen Wert von 0,24.
Aufsparrendämmung
Die Dämmschicht liegt durchgehend über den Sparren, darauf folgen Unterdeckung, Lattung und Deckung. Sie passt, wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird und die Räume im Dachgeschoss bewohnt und fertig bleiben sollen. Weil die Schicht über die Hölzer hinweg läuft, gibt es an den Sparren keine Wärmebrücken, also Stellen, an denen mehr Wärme verloren geht.
Marktübersichten nennen 150 bis 250 € je m² für Dämmstoff, Montage und Wiedereindeckung, ohne Abriss, Gerüst und Entsorgung. Eine nachträgliche Dämmung bis 0,30 m Dicke zählt nach § 5 der Landesbauordnung bei der Wandhöhe für die Abstandsflächen nicht mit, auch wenn das Dach dadurch etwas höher wird.
Zwischensparrendämmung
Der Dämmstoff füllt die Felder zwischen den Sparren, zum Raum hin kommt eine Dampfbremse, eine Folie, die feuchte Raumluft von der Dämmung fernhält. Diese Variante passt, wenn das Dachgeschoss ausgebaut oder innen neu verkleidet wird, und sie lässt sich auch ohne neue Deckung einbauen. Feuchtevariable Dampfbremsen setzt das BBSR mit mindestens 50 Jahren Nutzungsdauer an.
Für Dämmstoff, Dampfbremse und Montage nennen Marktübersichten 70 bis 120 € je m². Sind die Sparren zu niedrig für die nötige Dicke, ergänzt eine Untersparrendämmung, also eine zweite Schicht unter den Sparren, für 30 bis 80 € je m².
Dämmung der obersten Geschossdecke
Bleibt der Dachboden unbeheizt, wird die Decke darunter gedämmt und das Dach bleibt, wie es ist. Das erfüllt die Nachrüstpflicht und passt, wenn der Dachboden leer steht oder nur als Abstellraum dient. Ist die Decke nicht begehbar, wird der Dämmstoff aufgelegt oder eingeblasen, für einen begehbaren Boden kommt ein Laufbelag darauf.
Aufsparrendämmung mit Wiedereindeckung150–250 €/m²
Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse70–120 €/m²
oberste Geschossdecke, nicht begehbar20–50 €/m²
oberste Geschossdecke, begehbar40–100 €/m²
0 €125 €/m²250 €/m²
| Dämmweg |
passt, wenn |
Orientierungswert |
| Aufsparrendämmung mit Wiedereindeckung |
Dach wird neu gedeckt, Dachgeschoss bewohnt |
150 bis 250 € je m² Dachfläche, ohne Abriss, Gerüst und Entsorgung |
| Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse |
Dachraum wird ausgebaut oder innen renoviert |
70 bis 120 € je m² Dachfläche |
| Untersparrendämmung als Ergänzung |
Sparren zu niedrig für die nötige Dicke |
Aufpreis: 30 bis 80 € je m² Dachfläche |
| oberste Geschossdecke, nicht begehbar |
Dachboden unbeheizt und ungenutzt |
20 bis 50 € je m² Deckenfläche |
| oberste Geschossdecke, begehbar |
Dachboden dient als Abstellraum |
40 bis 100 € je m² Deckenfläche |
Orientierungswerte aus den Marktübersichten von co2online, LBS, enter.de, 42watt, energie-fachberater und clean-invoice, Stand 10/2026; verbindlich ist das schriftliche Angebot mit Endpreis inklusive 19 % Umsatzsteuer.
Die Spannen gelten für die Dämmung selbst. Wird für die Aufsparrendämmung ohnehin neu gedeckt, kommen Abriss, Gerüst und Entsorgung dazu; die Preise dafür stehen bei der Dachsanierung in Stuttgart.